Solaranlage mit E-Auto planen: Wallbox richtig integrieren

So integrieren Sie Ihre Ladestation perfekt in die Solarplanung und maximieren den Solarstromanteil beim Laden.

Die Kombination von Solaranlage und Elektroauto ist eine der attraktivsten Synergien im Bereich der erneuerbaren Energien. Mit einer eigenen Solaranlage koennen Sie Ihr Elektroauto mit selbst produziertem Strom laden und die Mobilitaetskosten drastisch senken. Gleichzeitig erhoeht das E-Auto den Eigenverbrauch der Solaranlage und verbessert deren Wirtschaftlichkeit. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Solaranlage und Wallbox optimal zusammen planen.

Wie viel Strom braucht ein Elektroauto?

Ein modernes Elektroauto verbraucht je nach Modell und Fahrweise 15 bis 25 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von 15000 Kilometern pro Jahr ergibt sich ein jaehrlicher Stromverbrauch von 2250 bis 3750 kWh. Das entspricht etwa dem halben Stromverbrauch eines typischen Vierpersonenhaushalts und erhoht den Gesamtstrombedarf erheblich, was bei der Dimensionierung der Solaranlage beruecksichtigt werden muss.

Wir empfehlen, die Solaranlage um mindestens 2 bis 3 kWp grösser zu dimensionieren, um den zusaetzlichen Verbrauch des E-Autos zu decken. Bei zwei Elektroautos kann die Mehrdimensionierung entsprechend grösser ausfallen. Selbst wenn Sie heute noch kein E-Auto haben, ist eine grosszuegige Dimensionierung sinnvoll, da die Mehrkosten für zusaetzliche Module gering sind und eine spätere Erweiterung deutlich teurer waere.

Das Ladeprofil des E-Autos ist besonders flexibel. Anders als andere Verbraucher koennen Sie das Auto laden, wann immer es zu Hause steht und Solarstrom verfuegbar ist. Am Wochenende und an Homeoffice-Tagen kann das E-Auto den ganzen Tag über mit Solarstrom geladen werden. Diese Flexibilitaet macht das E-Auto zum idealen Ergaenzungsverbraucher für die Solaranlage und kann den Eigenverbrauch um 15 bis 25 Prozentpunkte steigern.

Die richtige Wallbox waehlen

Eine solaroptimierte Wallbox kann die Ladeleistung dynamisch an die aktuelle Solarproduktion anpassen. Wenn die Anlage 5 kW Überschuss produziert, laedt die Wallbox mit 5 kW. Steigt die Produktion, erhoeht sich die Ladeleistung entsprechend. Diese dynamische Anpassung maximiert den Solarstromanteil beim Laden und minimiert den Netzbezug. Achten Sie bei der Auswahl auf die Kompatibilitaet mit Ihrem Wechselrichter und Energiemanagement-System.

Für die solaroptimierte Ladung ist eine 11-kW-Wallbox in den meisten Faellen ausreichend, da die überschuessige Solarleistung selten über diesen Wert hinausgeht. Eine 22-kW-Wallbox bietet mehr Flexibilitaet für schnelles Laden, erfordert aber eine Bewilligung des Netzbetreibers und hoehere Anforderungen an die Elektroinstallation. Die Kosten für eine solaroptimierte Wallbox liegen bei 1500 bis 3000 Franken inklusive Installation.

Die gleichzeitige Installation von Wallbox und Solaranlage bietet Synergien: Der Elektriker ist bereits vor Ort, die Zuleitung kann gemeinsam verlegt werden, und die Integration in das Energiemanagement wird direkt konfiguriert. Viele Solarinstallateure bieten Komplettpakete an, die Solaranlage, Speicher und Wallbox umfassen und optimal aufeinander abgestimmt sind.

Solaroptimiertes Laden in der Praxis

Das solaroptimierte Laden funktioniert am besten, wenn das Fahrzeug waehrend der Sonnenstunden zu Hause steht. Moderne Energiemanagement-Systeme planen die Ladung vorausschauend: Sie beruecksichtigen die Wetterprognose, den geplanten Fahrbedarf und den Ladezustand und optimieren die Ladestrategie automatisch. Der erreichbare Solarstromanteil liegt bei 50 bis 70 Prozent, mit Speicher sogar bei 70 bis 90 Prozent.

An Arbeitstagen steht das Auto typischerweise nur am Morgen und am Abend zur Verfuegung. In diesem Fall kann eine Kombination aus Solarladung am Wochenende und geplanter Nachtladung an Werktagen sinnvoll sein. Ein Batteriespeicher kann hier helfen, indem er tagsuebes überschuessigen Solarstrom speichert und ihn abends zum Laden des E-Autos bereitstellt.

Die Wirtschaftlichkeit des Solarladens ist beeindruckend: Waehrend das Laden an einer oeffentlichen Schnellladestation 40 bis 80 Rappen pro kWh kosten kann und das Laden mit Netzstrom zu Hause 25 bis 35 Rappen, kostet das Laden mit eigenem Solarstrom effektiv nur die Gestehungskosten von 5 bis 10 Rappen pro kWh. Bei 3000 kWh jaehrlichem Ladebedarf spart das gegenüber dem Netzstrom 450 bis 750 Franken pro Jahr, was die Wirtschaftlichkeit der gesamten Solaranlage deutlich verbessert.

Dimensionierung und Kosten

Pro 10000 Kilometer Jahresfahrleistung sollte die Solaranlage um etwa 2 kWp grösser dimensioniert werden. Die Zusatzkosten für die grössere Anlage betragen 3000 bis 5000 Franken und amortisieren sich durch die eingesparten Ladekosten innerhalb von 5 bis 8 Jahren. Bereiten Sie die Infrastruktur für die Wallbox bereits bei der Solarinstallation vor: Ein Kabel mit 5x6mm Querschnitt vom Zaehlerkasten zum Stellplatz ist im Rahmen der Solarinstallation deutlich guenstiger zu verlegen als später.

In der Schweiz gibt es vereinzelt Foerderprogramme für Ladeinfrastruktur. Informieren Sie sich bei Gemeinde, Kanton und Energieversorger über moegliche Foerderbeitraege. Einige Energieversorger bieten auch spezielle E-Auto-Tarife an, die insbesondere für die Nachtladung attraktiv sein koennen und die Gesamtkosten der Elektromobilitaet weiter senken.

Bedenken Sie auch die Moeglichkeit eines zweiten E-Autos in der Zukunft. Die Tendenz zu mehr Elektromobilitaet ist eindeutig, und die Stromkosten für das Laden mit Solarstrom sind so niedrig, dass das E-Auto moeglicherweise haeufiger genutzt wird als geplant. Eine grosszuegige Dimensionierung der Solaranlage und die Vorbereitung für eine zweite Wallbox geben Ihnen die Flexibilitaet, auf diese Veränderungen ohne grosse Zusatzinvestitionen zu reagieren.

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