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Solaranlage Checkliste: 20 Punkte vor dem Kauf prüfen

Die ultimative Checkliste mit 20 Punkten, die Sie vor dem Kauf Ihrer Solaranlage prüfen sollten.

Der Kauf einer Solaranlage ist eine bedeutende Investition, die sorgfaeltig vorbereitet werden sollte. Mit unserer umfassenden Checkliste stellen Sie sicher, dass Sie alle wichtigen Aspekte berücksichtigen und keine boesen Überraschungen erleben. Die folgenden 20 Punkte decken alle relevanten Bereiche ab, von der technischen Eignung über die Wirtschaftlichkeit bis hin zu den vertraglichen Details. Gehen Sie jeden Punkt sorgfaeltig durch, bevor Sie Ihre Entscheidung treffen.

Technische Voraussetzungen prüfen

1. Dachfläche und Ausrichtung: Ermitteln Sie die nutzbare Dachfläche und deren Ausrichtung. Suedlich ausgerichtete Dächer sind ideal, aber auch Ost-West-Dächer können sehr wirtschaftlich sein. Notieren Sie die Dachneigung und berechnen Sie die maximal mögliche Anlagengrösse. Beruecksichtigen Sie Hindernisse wie Kamine, Dachfenster und Antennen, die die nutzbare Flaeche reduzieren und Verschattung verursachen können.

2. Verschattungsanalyse: Pruefen Sie, ob Baeume, Nachbargebaeude oder andere Objekte Schatten auf Ihr Dach werfen. Bereits geringe Verschattung kann die Leistung erheblich reduzieren. Eine professionelle Verschattungsanalyse berücksichtigt den Sonnenverlauf über das gesamte Jahr und identifiziert problematische Bereiche zuverlässig.

3. Dachzustand und Statik: Überprüfen Sie den Zustand Ihrer Dacheindeckung. Wenn das Dach in den naechsten 10 Jahren saniert werden muss, sollte dies vor der Solarinstallation geschehen. Lassen Sie die Tragfähigkeit des Dachs prüfen, insbesondere bei aelteren Gebaeuden. Die Module wiegen etwa 12 bis 15 kg pro Quadratmeter, was bei den meisten Dächern problemlos tragbar ist.

4. Elektrische Infrastruktur: Pruefen Sie, ob Ihr Zaehlerkasten genuegend Platz für die zusätzlichen Sicherungen und Schutzeinrichtungen bietet. Klaeren Sie mit Ihrem Elektriker, ob die bestehende Installation den Anforderungen genuegt oder ob Anpassungen erforderlich sind. Bei aelteren Gebaeuden kann eine Erneuerung des Zaehlerkastens erforderlich sein.

Verbrauch und Dimensionierung

5. Stromverbrauch analysieren: Sammeln Sie Ihre Stromrechnungen der letzten drei Jahre und berechnen Sie den durchschnittlichen Jahresverbrauch. Identifizieren Sie Ihre grössten Verbraucher und analysieren Sie Ihr Verbrauchsprofil. Fordern Sie wenn möglich ein detailliertes Lastprofil bei Ihrem Energieversorger an.

6. Zukuenftigen Bedarf einschätzen: Planen Sie die Anschaffung eines Elektroautos, einer Wärmepumpe oder anderer grosser Verbraucher? Beruecksichtigen Sie diese geplanten Veränderungen bei der Dimensionierung der Anlage, um eine kostspielige spätere Erweiterung zu vermeiden.

7. Eigenverbrauchsziel definieren: Legen Sie fest, welchen Eigenverbrauchsanteil Sie anstreben. Ohne Speicher sind 25 bis 35 Prozent realistisch, mit Speicher 60 bis 80 Prozent. Der gewünschte Eigenverbrauchsanteil beeinflusst die optimale Anlagengrösse und die Entscheidung für oder gegen einen Batteriespeicher.

Wirtschaftlichkeit und Finanzierung

8. Investitionskosten klaeren: Holen Sie mindestens drei detaillierte Offerten ein und vergleichen Sie nicht nur die Preise, sondern auch die vorgeschlagenen Komponenten und den enthaltenen Leistungsumfang. Achten Sie auf versteckte Kosten für Geruest, Planung, Bewilligungen und Zaeaehlerinfrastruktur.

9. Förderungen recherchieren: Informieren Sie sich über die Einmalvergütung von Pronovo und moeliche kantonale oder kommunale Förderungen. Die Einmalvergütung deckt typischerweise 20 bis 30 Prozent der Investitionskosten und verbessert die Wirtschaftlichkeit erheblich. Pruefen Sie auch die steuerliche Abzugsfähigkeit der Investition.

10. Wirtschaftlichkeitsberechnung prüfen: Verlangen Sie von jedem Anbieter eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung, die alle relevanten Parameter berücksichtigt: Investitionskosten, Förderung, Eigenverbrauch, Einspeisevergütung, Strompreisentwicklung und Degradation der Module. Vergleichen Sie die Annahmen verschiedener Anbieter kritisch.

11. Finanzierung klaeren: Pruefen Sie Ihre Finanzierungsmöglichkeiten: Eigenkapital, Hypothekarerhoehung oder Solarkredit. Viele Banken bieten guenstige Konditionen für energetische Investitionen. Beruecksichtigen Sie die Finanzierungskosten in der Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Offerten und Anbieter

12. Komponentenqualitaet prüfen: Informieren Sie sich über die vorgeschlagenen Module und Wechselrichter. Achten Sie auf den Wirkungsgrad, die Garantiebedingungen und den Ruf des Herstellers. Bevorzugen Sie etablierte Hersteller mit nachgewiesener Zuverlaessigkeit und einem funktionierenden Garantie-Service in der Schweiz.

13. Garantiebedingungen vergleichen: Pruefen Sie die Garantiebedingungen für Module (Produkt- und Leistungsgarantie), Wechselrichter, Montagesystem und Arbeitsleistung. Gute Module bieten mindestens 25 Jahre Leistungsgarantie und 12 bis 15 Jahre Produktgarantie. Wechselrichter sollten mindestens 10 Jahre Garantie haben, mit Option auf Verlaengerung.

14. Referenzen und Qualifikationen: Pruefen Sie die Referenzen des Installateurs und seine Qualifikationen. Er sollte über eine NIV-Bewilligung verfuegen und nachweisbare Erfahrung mit Solaranlagen haben. Fragen Sie nach Referenzanlagen in Ihrer Naehe und sprechen Sie wenn möglich mit früheren Kunden über ihre Erfahrungen.

Vertragliches und Behoeirdliches

15. Vertrag genau prüfen: Lesen Sie den Vertrag sorgfaeltig und achten Sie auf den genauen Leistungsumfang, die Zahlungsbedingungen, die Termine und die Ruecktrittsmöglichkeiten. Stellen Sie sicher, dass alle muendlichen Zusagen schriftlich festgehalten sind und dass der Vertrag keine unangemessenen Klauseln enthaelt.

16. Bewilligungssituation klaeren: Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde, ob ein Meldeverfahren ausreicht oder eine Baubewilligung erforderlich ist. Klaeren Sie, ob besondere Auflagen gelten, zum Beispiel bei denkmalgeschuetzten Gebaeuden oder in Schutzzonen. Ihr Installateur sollte Sie bei diesem Prozess unterstuetzen.

17. Netzanschluss prüfen: Klaeren Sie mit Ihrem Energieversorger die Bedingungen für den Netzanschluss und die Einspeisevergütung. Bei grossen Anlagen kann die Netzkapazitaet ein limitierender Faktor sein. Fragen Sie nach den aktuellen Tarifen für Einspeisung und Rückspeisung.

Zukunftsplanung

18. Erweiterbarkeit sicherstellen: Stellen Sie sicher, dass die Anlage für spätere Erweiterungen vorbereitet ist. Ein grösser dimensionierter Wechselrichter und vorbereitete Leerrohre erleichtern eine spätere Erweiterung erheblich und kosten bei der Erstinstallation nur wenig zusätzlich.

19. Speicher- und Wallbox-Vorbereitung: Auch wenn Sie aktuell keinen Speicher oder keine Wallbox installieren möchten, sollte die Anlage dafür vorbereitet sein. Ein Hybrid-Wechselrichter und vorbereitete Kabelwege ermöglichen eine kostenguenstige spätere Nachruestung.

20. Wartung und Monitoring planen: Klaeren Sie, wie die Anlage überwacht und gewartet wird. Ein gutes Monitoring-System erkennt Leistungsprobleme frühzeitig und sichert den langfristigen Ertrag. Vereinbaren Sie regelmässige Wartungsintervalle und klaeren Sie, wer im Stoerungsfall Ihr Ansprechpartner ist und wie schnell eine Reaktion erfolgt.

Zusammenfassung

Gehen Sie alle 20 Punkte systematisch durch, bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden. Nehmen Sie sich die Zeit für einen gründlichen Vergleich und scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen. Eine gut vorbereitete Entscheidung ist die Grundlage für ein erfolgreiches Solarprojekt, das Ihnen über Jahrzehnte Freude und finanziellen Nutzen bringt.

Offertvergleich und Qualitätsmerkmale Schweizer Installateure

Beim Vergleich von Solarofferten in der Schweiz sollten Sie mindestens drei Angebote von verschiedenen Installateuren einholen. Ein vollständiges Angebot enthält neben dem Gesamtpreis in Franken auch eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten für Module, Wechselrichter, Montagesystem, Elektroinstallation, Gerüst und Behördengänge. Achten Sie auf das Qualitätslabel «Solarprofis» von Swissolar, das Fachbetriebe auszeichnet, die definierte Qualitätsstandards einhalten und regelmässig geschult werden. Die Preisunterschiede zwischen den Anbietern können in der Schweiz erheblich sein und bei einer typischen 10-kWp-Anlage 5000 bis 8000 Franken betragen. Das günstigste Angebot ist dabei nicht zwingend das beste: Prüfen Sie die Garantiebedingungen, die Erreichbarkeit des Installateurs für Service und Wartung sowie Referenzprojekte in Ihrer Region. Einige Kantone wie Basel-Stadt oder Genf führen Listen empfohlener Installateure, die zusätzliche Orientierung bieten.

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